Maulwurf Hund: Buddeln und Graben wie beim Tiefbau

Maulwurf Hund: Buddeln und Graben wie beim Tiefbau
Eines Tages kommst du von der Arbeit nach Hause und musst feststellen, dass dein Liebling “freundlicherweise” bereits mit den Ausgrabungsarbeiten im Garten begonnen hat. Dabei musst du auch erkennen wie intensiv er sich auch mit deinen Lieblingsblumenzwiebeln beschäftigt hat, er hat sicherlich alle gefunden und nach oben befördert. Wenn man nicht davon betroffen ist mag dies witzig sein, für die anderen allerdings nicht. Man ist frustriert & sauer, doch du kannst im Grunde nichts machen, weil das bereits vor einiger Zeit passiert ist und dein Hund somit jede Bestrafung in dieser Richtung falsch verstehen würde. Der Alltag kommt, eine Woche vergeht, du hast alles vergessen – dann auf einmal kommst du nach Hause und siehst ein gigantisches Loch, fast so als würde er einen Weg nach China graben wollen. Dein Puls steigt dramatisch an, du möchtest am liebsten dem “kleinen Liebling” den Hals umdrehen, doch mache jetzt auf keinen Fall etwas falsch. Dein Hund folgt lediglich Instinkten, denn am Ende ist dein Hund immer noch ein Tier, das dürfen wir nie vergessen! Hund Buddeln Graben Garten 2939691 Im Folgenden findest du 12 Möglichkeiten um das Buddeln deines Hundes zu verhindern.

Noch ein Wort zum Thema Korrekturen

Es ist eine ziemlich schwierige Aufgabe einen Hund nach diesem “Missgeschick” zu korrigieren. Hunde haben ein Kurzzeitgedächtnis. Findet die Mahnung nicht unmittelbar mit dem Geschehenen statt, hat er keine Ahnung warum du so wütend bist. Er könnte denken, dass du dich aufregst, nur weil er sich normal verhält, und könnte folglich das Vertrauen in dich verlieren. Er wird denken, dass du manchmal ohne ersichtlichen Grund wütend auf ihn bist. Genau das ist das Problem was viele falsch machen! Wirst du böse an der falschen Stelle manifestiert sich beim Hund die falsche Ursache, damit kann er sogar stark neurotisch werden. Du musst also ein bisschen an der Psychologie arbeiten. Es gibt ein paar Optionen um das Buddeln / Graben zu stoppen, oder zumindest zu reduzieren. Es ist dir zu wünschen, dass dein Hund diese Botschaften versteht.

12 Möglichkeiten deinem Hund das Graben / Buddeln abzugewöhnen

  1. Erwische ihn auf frischer Tat! Es wird bestimmt einige Male dauern bis du deinen Hund auf frischer Tat erwischst, aber letztendlich funktioniert es. Du musst dich irgendwo verstecken und geduldig darauf warten, dass dein Vierbeiner mit dem Graben beginnt. Du solltest jetzt ganz laut und deutlich dein Kommando bringen wie z.b. “Lass es”, “NEIN”, oder ein anderes welches du normalerweise verwendest um ein Verhalten zu unterbinden. Wichtig ist, es muss ihn nahezu erschrecken! Damit ist es aber nicht getan, denn er kann jetzt denken, dass er nur an dieser Stelle nicht buddeln darf und dass es in Ordnung ist woanders die Tiefbauarbeiten fortzuführen. Du musst ihn also an diesem Tag immer erwischen, oder zumindest fast immer. Auch wenn du damit den ganzen Tag verbringst, es ist wichtig dieses Fehlverhalten dauerhaft zu korrigieren damit er das richtig kombinieren kann. Ach ja: Schlagen oder körperliche Gewalt geht gar nicht!
  2. Hühnerdraht vorher im Boden vergraben! Sollte dein Hund meist an den gleichen Stellen bzw. Bereichen graben (z.B. Zaungrenzen), kannst du versuchen Hühnerdraht vorher dort zu vergraben. Hunde mögen es nicht wenn Hühnerdraht an ihren Pfoten kratzt. Außerdem nimmt Hühnerdraht ihnen die Freude am Graben. Du kannst auch versuchen große Steine an den üblichen Stellen zu platzieren.
  3. Biete alternative Aktivitäten zum Graben an. Das “Kong-Spielzeug” ist immer meine erste Wahl, wenn es um Beschäftigung geht. Fülle den Kong mit Knabbereien, Leckerlies oder auch lecker Pasten (z.B. Leberwurstpaste), womit der Vierbeiner dann eine ganze Weile abgelenkt ist. Auch kannst du andere Unterhaltungsmöglichkeiten anbieten z.B. eine Sprudelmaschine oder eine Ballwurfmaschine für Hunde.
  4. Kauf einen Sprinkler mit Bewegungssensor. Der Sprinkler schaltet sich ein, wenn er Bewegungen in bestimmten Bereichen des Gartens erkennt. Es kommt natürlich dabei immer darauf an ob er Wasser so sehr liebt dass er diese Sprinkler dann als Spiel ansieht. Das sind zwei gegensätzliche Effekte, die allerdings beide zum gleichen Ziel führen könnten. Wenn sie dadurch vom Graben abgelenkt werden und beginnen mit dem Wasser zu spielen, wäre das ja auch in Ordnung. Nicht vergessen: Handtücher bereit legen.
  5. Solltest du aus welchen Gründen auch immer im Garten selbst einmal etwas umgraben oder ein Loch buddeln müssen, achte unbedingt darauf dass dein Liebling dich dabei nicht beobachten kann. Ansonsten könnte er denken “Hey, sieh mal, das macht Spaß und ist in Ordnung”. Auch frisch gewässerter Schmutz hat bei vielen Hunden eine magische Anziehungskraft. Denke also somit auch hier immer einen Schritt weiter.
  6. Halte deinen Hund beschäftigt. Unter Nr. 3 haben wir ja bereits einige Punkte erwähnt, hier meinen wir jedoch noch weitergehende Beschäftigungen, die gegen die Langeweile des Hundes ankämpfen. An erster Stelle natürlich der übliche Spaziergang. Du kannst neben der Arbeit natürlich nicht den ganzen Tag im Wald verbringen, körperliches und geistiges Training ist aber sehr wichtig um ausgelastet zu sein. Die Eltern, Schwiegereltern, Freunde, Nachbarn, HUTA`s etc – alles Alternativen zu denen man die Hunde tagsüber eventuell geben könnte. Gerade Leute im Rentenalter sind häufig dankbar wegen etwas “gezwungene” Outdoor-Beschäftigung. Die Hoffnung wäre dann, dass dein Hund anschließend sehr müde zu Hause ist und lieber schläft statt zu graben. Im Laufe der Zeit kann der Hund diesen “Drang” dann auch vergessen.
  7. Maulwurf & Co: Finde natürliche Wege um grabende Tiere in deinem Garten los zu werden. Hunde jagen oft aus Jagdinstinkt, ganz vorne dabei sind Terrier. Sie riechen und wittern das Vorhandensein von Kaninchen, Maulwürfen, Ratten, Mäusen etc., sie graben dann nach ihnen um diese “Beute” zu finden. Der Ansatz muss also hierbei die Beseitigung des Ursprungs sein. Dabei zu erwähnen ist allerdings auch, dass diese Tiere häufig erst gar nicht dort ansiedeln wo Hunde sind.
  8. Platziere den eigenen Kot des Hundes an seinen bevorzugten Grabestellen. Hunde mögen es überhaupt nicht in der Nähe des eigenen Kotes zu graben. Meist machen sie einen großen Bogen um die eigenen Haufen. Allerdings gibt es auch das genaue Gegenteil: Hast du einen Hund, der gerne den eigenen Kot frisst bringt diese Maßnahme natürlich rein gar nichts, damit würdest du ihn eher zum Graben animieren. Das betrifft dann aber nur wenige …
  9. Es gibt einige Produkte, welche Hunde vom Graben abhalten sollen – zumindest verspricht das die Werbung. Das kann in einigen Fällen funktionieren, in anderen jedoch nicht. Die meisten davon sind Sprays und Pasten, welche auf Geruchsbasis funktionieren sollen. Am besten in großen Tierbedarfsgeschäften oder Zoohandlungen nachfragen, manchmal sind auch Baumärkte gut sortiert.
  10. Dem Hund Schatten oder eine Hundehütte geben. Oder noch besser, halte deinen Hund drinnen, wenn es draußen zu kalt oder zu warm ist. Oft graben Hunde um sich kühl zu halten, sie buddeln dann ein Loch und suchen die Kühle des Erdreiches. Sie igeln sich dann förmlich in dieses Loch ein.
  11. Erstelle einen legitimen Bereich zum Graben. Stelle deinem Hund ein Kinderbecken oder eine große Plastikmuschel mit Sand und vergrabenem Spielzeug zur Verfügung, damit er nach Herzenslust graben kann. Dieser Bereich sollte auch nur für den Hund sein und nicht mit Kindern geteilt werden aus Gründen der Hygiene. Lobe deinen Hund wenn er genau dort buddelt. Wenn du dann feststellst, dass er woanders gräbt, leite ihn zu seinem legitimen Buddelplatz und ermutige ihn dort weiter zu buddeln. Schaffe also eine Alternative, die er positiv im Kopf behält – Hunde können dieses durchaus verstehen und behalten!
  12. Zu guter Letzt besteht die einfachste Lösung manchmal darin, die Buddelbereiche einfach mit einem kleinen Zaun abzusperren. Hunde haben ein instinktives Vergnügen am Graben, das liegt tief in den Genen vergraben. Wir müssen jetzt nur lernen ihnen zu erklären wo es erlaubt ist und wo nicht, wenn wir es ihnen nicht ganz abgewöhnen können.

Grundsätzlich ist Graben / Buddeln kein schlechtes Verhalten!

Es wird nur störend, wenn es an Orten passiert, an denen wir es nicht wollen. Hunde lieben es im Boden zu Graben, nach Beute oder einem Versteck zu buddeln. Ob das aus Langeweile, Stress, das Verstecken eines “Schatzes” geht oder einfach nur der Abkühlung dient – es kann schwierig sein ihnen dieses Verhalten abzugewöhnen. Manchmal braucht es nur einen kleinen Kompromiss, der sowohl den Hund als auch den Besitzer glücklich macht. Es kann ein tolles Geschenk sein dem Hund einen schönen eigenen Platz zum Graben zu schaffen. Du kannst dich dann wieder an deinem eigenen Garten erfreuen und deinem Hund beim Buddeln auf “heiligem Boden” zuschauen und sehen wie glücklich er ist.  

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