Ab ins Wasser! (wunderbare?) Badezeit für Hunde

Ab ins Wasser! (wunderbare?) Badezeit für Hunde

Fluch oder Segen für Hunde?

Die Badezeit könnte sich als DAS tolle Ereignis erweisen, oder aber als gefürchtete Ausnahmesituation für den Hund.  Es hängt alles davon ab, was du daraus machst. Idealerweise sollten sich Welpen schnell an die Badezeit gewöhnen. Gerade in diesem zarten Alter ist es viel einfacher sie an das Wasser zu gewöhnen und sogar dass sie es genießen.

Es sind jedoch einige grundlegende Richtlinien zu beachten, damit der Welpe oder der Hund keinen negativen Eindruck bekommt in die Wanne gesteckt zu werden. Befolge diese einfachen Regeln – mit großer Wahrscheinlichkeit wirst du dann einen Hund haben, der es liebt zu Baden oder in den kalten See zu springen.

Portraitaufnahme Hund Welpe Tierpuls 3654358Die 10 “geheimen” Baderegeln für Hunde

Geduld ist wichtig um Hund zum Baden zu bewegen. Deshalb musst du langsam und schrittweise vorgehen. Beachte dass dein Hund sich nicht weigert gebadet zu werden, weil er hartnäckig oder dumm ist, oder dir Ärger machen möchte. Dein Hund fühlt sich einfach nicht wohl im Wasser und ist zurückhaltend – oder hat vielleicht sogar Angst vor dem Wasser?

Behandel deinen Hund wie ein ängstliches Kind, welches Angst vor Wasser hat oder als wenn jemand eine Phobie hat. Sei sanft und beruhigend, sorge dafür dass diese Aktivität Spaß macht und sich nicht wie eine lästige Pflicht anfühlt.

Nachfolgend 10 Tipps um Hunde zum Baden zu bewegen

1) Keine große Sache aus der Badezeit machen

Kündige nichts an und gebe keine Hinweise auf die bevorstehende Badezeit. Einfach ganz normal benehmen damit der Hund entspannt ist sobald es ans Baden geht. Hunde können sehr leicht Hinweise von Menschen spüren, sie verstehen recht schnell wenn was Unangenehmes kommt.

Ein großer Fehler den viele Hundebesitzer machen ist, die Hunde zu rufen, wenn gebadet werden soll. Auf diese Weise riskierst du, dass er beim nächsten Mal nicht zu dir kommt. Immerhin bringt er das Rufen und das Baden in Verbindung. Und garantiert hast du eine andere Betonung gewählt als wenn es zum Gassi gehen wäre!

Um die Verbindung zu brechen hilft es deinen Hund zu dir zu rufen, ihn dann zu loben, verschiedene Leckerlies zu geben, etwas zu spielen und dabei vorsichtig an die Leine nehmen. Gerne auch noch einen kleinen Spaziergang ums Eck, und dann geht es endlich in die Wanne. Sollte dein Hund Angst vor der Wanne haben, versuche ihn draußen mit einem Schlauch oder einer Gießkanne zu baden.

2) Die ideale Wassertemperatur

Oft haben Hunde keine Angst vor dem Wasser selbst sondern vor der Temperatur. Zu kaltes oder zu heißes Wasser kann sie erschrecken und in Panik versetzen. Es reicht ein einziges negatives Bad aus damit die Badezeit zu einem schlechten Erlebnis wird, Hunde können sehr empfindlich sein. Teste das Wasser vorher selbst bevor du den Hund in die Badewanne steckst. Lege die Hand ein oder zwei Minuten ins Wasser und frage dich selbst ob du dich damit wohlfühlen würdest.

Ist die Temperatur richtig gewählt sollte dein Hund sie kaum spüren. Beginne mit den Füßen, benetze das Fell vorsichtig mit Wasser, arbeite dich langsam weiter nach oben. Vermeide einen starken Wasserstrahl, das könnte den Hund erschrecken.

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3) Ein Quietscheentchen für den Liebling

Werfe ruhig ein paar wasserdichte Lieblingsspielzeuge des Hundes in die Wanne. Vertrautes Spielzeug in einer unbekannten Umgebung kann dazu beitragen dass sich der Hund wohler fühlt. Du könnest ihn sogar in der Badewanne dazu animieren mit seinen Spielsachen zu spielen, indem du an dem Quietscheentchen ein paar Mal drückst und quitschen lässt. Nicht zu viel Spielen, immer etwas erholen lassen – und nicht die Aufgabe selbst aus den Augen verlieren. Hunde, die bereit sind zu spielen, sind weniger angespannt und die Angst ist verflogen.

4) Das richtige Shampoo verwenden

Verwende nur für Hunde zugelassenes Shampoo! Menschliches Shampoo ist nicht für den Hund geeignet weil es zu hart für die Haut ist. Das Hundeshampoo sollte eine reinigende Wirkung haben und nicht brennen, wenn es in die Augen des Hundes gelangt. Die Auswahl von Hundeshampoos für Welpen und Hunde ist riesig groß. Schaue im Internet die Angebote durch oder lasse dich vor Ort in einem Fachhandel vernünftig beraten.

Hunde mögen es nicht Shampoo in Augen und Ohren zu bekommen, auch das Gesicht ist eher eine Tabuzone. Sei also etwas vorsichtig, damit diese Erfahrung nicht zu einer negativen wird – das nächste Mal soll ja noch schöner werden.

5) Eine rutschfeste Matte muss her (Gummimatte)

Sorge für eine rutschfeste Matte in der Badewanne. Hunde möchten festen Halt unter den Füßen haben, weswegen viele Hunde auch Angst vor rutschigen Böden haben. Viele Hunde mögen alleine deswegen die Badewanne nicht, weil sie Angst haben den Halt zu verlieren (oder diese Erfahrung schon mal hatten!). Dies ist häufig der Fall, wenn ein Ausrutscher bedeutet plötzlich ganz im Wasser zu versinken (Autsch!).

Mit einer rutschfesten Matte oder rutschfester Unterlage sollte das kein Problem sein. Abgesehen vom Badevergnügen für den Hund ist das auch eine gute Sicherheitsmaßnahme für den Menschen selbst.

Welpen Badezeit Planschen Tierpuls 11117486) Den Wasserhahn schließen

Viele Hunde stört es wenn der Wasserhahn / die Brause ständig läuft. Es ist laut und ein starker Wasserstrahl fühlt sich wie eine riesige Menge Wasser an. Erschreckt sich dein Hund, wenn du den Schlauch verwendest, nehme einen Krug oder eine Schüssel und lasse das Wasser sanft über den Körper laufen.
Stelle sicher, dass das Plätschern nicht zu laut ist. Der Hund kann sehr unsicher sein und gerade solche winzigen Dinge macht deinen Liebling möglicherweise total unentspannt.

7) Die Lieblingsstellen beim Hund streicheln

Massiere die Lieblingsstellen deines Hundes um die Bindung zu stärken und das Bad zu einem angenehmen (kuschel-) Erlebnis zu machen. Sprich während des Badens ruhig mit deinem Hund mit einer ruhigen und beruhigenden Stimme. Sage ruhig dass du stolz auf ihn bist wie er so im Wasser steht. Übertreibe aber nicht, zum Clown brauchst du dich nicht zu machen!

Einige Hundebesitzer haben Erfolg damit Lieder zu singen und dabei den Hund an den Lieblingsstellen zu streicheln. Nunja, auch das muss jeder für sich entscheiden.

Am Ende ist das Ergebnis das Wichtige und wir müssen mit unseren Mitteln versuchen den Hund auf “unsere Seite” zu ziehen. Würden wir Hundisch sprechen, wäre es viel einfacher 😉

8) Mit Lieblingsleckerlies bestechen

Du möchtest dass der Hund das Baden mit etwas wirklich gutem in Verbindung bringt. Was wäre da besser geeignet als den Liebling mit dem allerleckersten Leckerlie zu bestechen? Lobe ihn in der Wanne, gebe ihm Leckerchen. So verbindet der Hund im wieder eine positive Erfahrung mit dem Badeprozess.

Fachchinesisch: Bei der Verhaltensänderung wird der Vorgang des Aufhebens negativer Assoziation durch Ersetzen durch positives als Gegenkonditionierung bezeichnet. Durch Gegenkonditionierung hilfst du deinem Hund dabei positive Verbindungen zu entwickeln, die ihm hoffentlich im Laufe der Zeit in Erinnerung bleiben.

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Badetag ist nicht für jeden Hund etwas

9) Unbedingt den Haartrockner überspringen!

Das trifft zwar nicht bei jedem Hund zu, für das erste Mal aber unbedingt auf den Haartrockner verzichten! In sehr vielen Fällen kann das Trocknen der Haare mit dem “Fön” beängstigend sein. Es ist laut! Hunde sind es nicht gewohnt wenn mit solcher Kraft Luft auf sie geblasen wird, und es kann darüber hinaus auch viel zu warm sein. Viele Hunde haben bereits Verbrennungen erlitten.

Verwende Handtücher, die sind sicherer, weniger traumatisch und Hunde scheinen sich am Reiben zu erfreuen. Lobe den Hund währen du ihn mit dem Handtuch reibst, habe Spaß dabei. Die meisten Hunde wollen dann sogar etwas Spielen oder Zerren; ruhig mit machen! Deswegen niemals die guten Handtücher verwenden, sie könnten reißen!!

10) Finde heraus was dein Hund mag

Oft mögen Hunde das Duschen mit dem Schlauch viel mehr, da der Schlauch den Regen imitiert und sie sich weniger eingeschränkt fühlen als in einer Badewanne. Andere wiederum empfinden Bäder dagegen weniger beängstigend, da sie sich in gewohnter Umgebung / in der eigenen Wohnung sicherer fühlen. Finde heraus was dein Hund bevorzugt und halte dich an diese Methode.

Seltsamerweise gibt es Hunde, die Wasser regelrecht lieben, aber Bäder oder Duschen hassen (Wir selbst haben ein solches “Exemplar”). Was genau passiert ist wissen wir nicht, es muss aber etwas unangenehmes gewesen sein. Bei uns ist das jetzt nicht so dramatisch weil sie sich letztendlich Duschen lässt und mit dem Wasserschlauch klar kommt, trotzdem ist ihr das nicht wirklich recht.
Damals ist uns das nicht aufgefallen, wir dachten wir hätten alles richtig gemacht.

Viele Hunde haben Angst vor neuen Dingen. Wenn wir uns bemühen die Badezeit zu einem Vergnügen zu machen, werden unsere Hunde wahrscheinlich nicht nur Wasser lieben, sie werden sich darauf freuen!

Wir hatten damals keine Anleitung, wir haben einfach gemacht. Deswegen sollen diese Punkte auch helfen vorher die “Checkliste” abzuarbeiten und sich darauf zu sensibilisieren.

Viel Erfolg und bleib immer trocken! 😉

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